die Naturtrompete

Im Europa des frühen 17. Jahrhunderts begann für die Naturtrompete eine neue ära: es wurde zu einem vollwertigen Musikinstrument. Bis dahin war die Trompete ein militärisches Signalinstrument gewesen, hatte dazu gedient, die Einwohner der Städte vor Feuer und feindlichen Angreifern zu warnen und wurde bei Zeremonien an königlichen Höfen gespielt.

Mit dem Beginn der Barockepoche eroberte die Trompete sich eine neue Rolle: sie wurde zu einem 'Kunstinstrument'! Einige Trompeter entwickelten das Spiel im hohen Register - dem Clarino-Register -, in dem die Naturtöne näher beieinanderliegen. Zusammen mit der Fähigkeit, die Tonhöhen zu verändern, ermöglichte dies das Spielen von Melodien. Der Höhepunkt der Kunst des Clarino-Spiels wurde mit dem glanzvollen Trompeten-Repertoire des Hochbarock erreicht. In den Kompositionen von Bach, Händel, Purcell, Biber und anderen brilliert die Naturtrompete durch ihren Reichtum an kunstvollen Ausdrucksmöglichkeiten.

Aus diesem Grund ist es wichtig, die Barocktrompete auch heute als vollwertiges Musikinstrument zu begreifen, dessen musikalische Ausdrucksmöglichkeiten denen anderer Instrumente gleichkommt und mit dem die komplexe musikalische Rhetorik des Barock dargestellt werden kann. Auch heute noch schreitet die Entwicklung der Naturtrompete weiter fort. Daher ist es notwendig, dass Trompeter, Dirigenten und andere Musiker die Erkundung der 'Stimme' der Naturtrompete unterstützen und weiter vorantreiben.